O’zapft is! Warum steckt eigentlich Bierhefe in unserem Katzenfutter? 🍻🐱

Dirndl raus, Lederhose an und… Bierhefe in den Napf? Okay. Vielleicht klingt Letzteres im ersten Moment ein bisschen verdächtig.

Passend zur Oktoberfest-Zeit möchten wir deshalb eine Zutat genauer unter die Lupe nehmen, die du auf einigen unserer Zutatenlisten entdecken kannst: Bierhefe.

Und bevor jemand Miez einen kleinen Maßkrug hinstellt: Nein, deine Katze bekommt bei uns natürlich kein Bier.

Bierhefe ist eine Zutat, die schon lange in der Tierernährung eingesetzt wird und unter anderem B-Vitamine, Proteine und weitere natürliche Bestandteile der Hefe liefert. Außerdem kann Hefe den Geschmack beziehungsweise die Akzeptanz eines Futters unterstützen.

Grund genug, ihr heute ihren ganz eigenen Wiesn-Auftritt zu geben.

Bierhefe - was ist das eigentlich?

Bierhefe gehört zur Hefeart Saccharomyces cerevisiae.

Wer jetzt sofort an Brauereien denkt, liegt damit nicht komplett daneben: Die Hefeart wird traditionell auch beim Brauen eingesetzt. Im Katzenfutter hat sie allerdings einen ganz anderen Job.

Hier wird Bierhefe als funktionelle Futterzutat eingesetzt. Sie liefert unter anderem natürlich vorkommende B-Vitamine und weitere Nährstoffe und kann aufgrund ihres charakteristischen Geschmacks zusätzlich zur Akzeptanz eines Futters beitragen.

Warum verwenden wir Bierhefe?

Bei unseren Rezepturen gilt grundsätzlich:

Eine Zutat sollte nicht einfach nur deshalb im Futter landen, weil dort noch ein bisschen Platz auf der Zutatenliste war. Auch Bierhefe hat verschiedene Gründe, warum wir sie einsetzen.

B-Vitamine für den Stoffwechsel

Bierhefe ist eine natürliche Quelle verschiedener Vitamine aus der B-Gruppe.

B-Vitamine übernehmen im Körper zahlreiche Aufgaben und sind unter anderem am Energie- und Nährstoffstoffwechsel sowie an der normalen Funktion des Nervensystems beteiligt.

Da B-Vitamine wasserlöslich sind, müssen sie regelmäßig über die Ernährung bereitgestellt werden.

Eine kleine Unterstützung für die Akzeptanz

Bierhefe bringt außerdem einen intensiven, herzhaften Eigengeschmack mit.

Das kann besonders bei Katzen interessant sein, denn bekanntermaßen verfügt nicht jede Samtpfote über die Einstellung: „Essen? Natürlich esse ich alles.“

Manche führen lieber erst eine ausführliche Qualitätskontrolle durch. Hefe und Hefeprodukte werden deshalb auch in Tierfutter eingesetzt, um die Schmackhaftigkeit einer Rezeptur zu unterstützen.

Interessante Bestandteile der Hefe

Auch die Zellwände von Hefen sind ernährungswissenschaftlich spannend.

Sie können beispielsweise Bestandteile wie Beta-Glucane und Mannan-Oligosaccharide (MOS) enthalten. Solche Hefederivate werden in der Tierernährung unter anderem hinsichtlich ihrer Wirkung auf Darmflora und Verdauung untersucht.

Wichtig ist dabei: Bierhefe, hydrolysierte Hefe und einzelne isolierte Hefebestandteile sind nicht automatisch dasselbe. Deshalb schauen wir bei jeder Rezeptur individuell darauf, welche Form der Hefe eingesetzt wird und welche Aufgabe sie dort erfüllen soll.

Wo steckt bei uns Bierhefe drin?

Wenn du regelmäßig einen Blick auf unsere Zutatenlisten wirfst, ist dir Bierhefe vielleicht schon begegnet.

Du findest sie unter anderem in verschiedenen Sorten unseres Nassfutters.

Bei unserem Nassfutter Huhn Pur, Rind Pur und Huhn & Forelle sind beispielsweise jeweils 0,5 % Bierhefe Bestandteil der Rezeptur.

Auch einige unserer Dosen enthalten kleinere Mengen Bierhefe, darunter Huhn Pur, Huhn mit Kaninchen und Rind Pur.

Und selbst im Trockenfutter taucht die Hefe-Familie auf: Unser Fresher Fish enthält getrocknete Bierhefe sowie hydrolysierte Hefe.

Warum unterschiedliche Formen?

Weil Hefe je nach Verarbeitung unterschiedliche Funktionen in einer Rezeptur übernehmen kann.

Unser Ziel ist also nicht: möglichst viel Bierhefe. Sondern: die passende Menge an der passenden Stelle.

Wiesn-Warnung: Echtes Bier bleibt bitte bei den Menschen

Bei all den Oktoberfest-Witzen gibt es einen Punkt, bei dem wir ausnahmsweise ganz ernst werden müssen: Alkohol gehört niemals in den Katzennapf.

Bierhefe als Bestandteil eines formulierten Katzenfutters ist nicht mit einem alkoholischen Getränk gleichzusetzen.

Deine Katze sollte also weder Bier noch andere alkoholische Getränke probieren dürfen - egal, wie überzeugend der Blick vom Bierzelttisch aus ist.

Bierhefe kommt selten allein: Unsere anderen Superfood-Begleiter

Wenn du unsere Zutatenlisten genauer ansiehst, wirst du schnell merken:

Bierhefe hat im Napf ziemlich viel Gesellschaft.

Wir kombinieren unsere tierischen Hauptzutaten mit kleinen Mengen ausgewählter funktioneller Zutaten.

Algenöl

Algenöl liefert die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.

Diese Fettsäuren spielen unter anderem für Zellmembranen und verschiedene Körperfunktionen eine Rolle.

Für uns ist Algenöl deshalb eine praktische Möglichkeit, Omega-3-Fettsäuren gezielt in unsere Rezepturen einzubauen. Damit ersetzen wir zum Beispiel Lachsöl. 

Inulin, Chicorée und FOS

Hier wird es interessant für den Darm. Inulin und Fructooligosaccharide, kurz FOS, sind Präbiotika.

Das bedeutet: Sie dienen bestimmten Bakterien im Darm als Nahrung und können damit die Darmflora unterstützen.

Chicorée wiederum ist eine natürliche Quelle präbiotischer Bestandteile wie Inulin.

Brennnessel, Löwenzahn & Co.

Je nach Sorte findest du außerdem kleine Mengen verschiedener Pflanzen und Kräuter in unseren Rezepturen.

Dazu gehören beispielsweise: Brennnessel, Löwenzahn, Kamille und Katzenminze.

Diese Zutaten ersetzen natürlich weder Fleisch noch essenzielle Nährstoffe - und genau deshalb werden sie auch nur in kleinen Mengen eingesetzt.

Sie sind funktionelle Begleiter einer Rezeptur, deren Basis weiterhin hochwertiges tierisches Protein bildet.

Distel- und Sonnenblumenöl

Auch verschiedene pflanzliche Öle haben einen Platz in ausgewählten Nassfutter-Rezepturen.

Distelöl liefert beispielsweise Linolsäure, eine Omega-6-Fettsäure, die für Katzen essenziell ist.

Die Idee dahinter ist auch hier nicht, möglichst viele spektakulär klingende Zutaten auf die Packung zu drucken.

Es geht darum, das Fettsäureprofil einer vollständigen Rezeptur sinnvoll zusammenzustellen.

Was bedeutet „Superfood“ bei Katzen eigentlich?

Der Begriff klingt natürlich fantastisch. Man sieht direkt eine kleine Katze mit Cape vor sich.

Aber kein einzelner Inhaltsstoff verwandelt ein Futter automatisch in ein „gesundes Futter“. Entscheidend ist immer die gesamte Rezeptur.

Katzen sind Karnivoren. Deshalb stehen bei uns Fleisch, Innereien und tierische Proteine im Mittelpunkt.

Funktionelle Zutaten wie Bierhefe, Präbiotika, Algenöl, Kräuter oder ausgewählte Pflanzenbestandteile kommen ergänzend hinzu.

Unser Fazit

Bierhefe klingt nach Oktoberfest, Maßkrug und Blasmusik.

Im Katzenfutter ist sie aber vor allem eines:

eine interessante funktionelle Zutat.

Sie liefert natürlich vorkommende B-Vitamine und weitere Nährstoffbestandteile und kann gleichzeitig zur Schmackhaftigkeit einer Rezeptur beitragen.

Zusammen mit Präbiotika wie Inulin und FOS, Omega-3-Fettsäuren aus Algenöl und weiteren ausgewählten Zutaten ist sie Teil unseres Ansatzes, nicht nur auf das zu schauen, was nicht ins Futter gehört - sondern ganz bewusst darauf, was wir hineingeben.


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