Finger weg von Känguru und Co.!

Der Trend zu Exotik

In den letzten Jahren hat sich ein bemerkenswerter Trend in der Heimtierbranche entwickelt: immer ausgefallenere Futtersorten erobern die Regale. Känguru, Strauß, Pferd oder gar Büffel – was klingt wie ein Menü aus einem Abenteuerrestaurant, landet zunehmend im Napf unserer Katzen. Doch ist das wirklich gut für sie?

Die Antwort ist klar: Nein. Exotische Proteinquellen mögen auf den ersten Blick besonders und hochwertig erscheinen, sind aber für die meisten Katzen weder notwendig noch empfehlenswert. Und sie bergen Risiken – für die Gesundheit deiner Katze und die Umwelt.

Katzen sind keine Trend-Esser

Katzen sind strikte Karnivoren. Ihr Körper ist darauf spezialisiert, Nährstoffe aus tierischen Quellen wie Huhn, Rind oder Pute zu verarbeiten – Arten, mit denen sie evolutionär vertraut sind. Exotische Fleischsorten hingegen:

  • Fehlen in der natürlichen Ernährung deiner Katze

  • Können Verdauungsprobleme oder Unverträglichkeiten auslösen

  • Erschweren die Futterumstellung und allergische Diagnosen

Exotisches Fleisch sollte niemals die erste Wahl sein, sondern höchstens gezielt in einer Ausschlussdiät eingesetzt werden – und das auch nur unter tierärztlicher Begleitung.

Der ökologische Fußabdruck 

Neben den gesundheitlichen Aspekten lohnt sich ein Blick auf die Umweltbilanz. Exotische Fleischsorten:

  • Müssen meist über lange Distanzen transportiert werden

  • Werden häufig nicht nachhaltig produziert

  • Belasten die Artenvielfalt und lokale Ökosysteme

Ein verantwortungsvoller Katzenhalter fragt sich also: Muss mein Tier wirklich Känguru aus Australien essen, wenn es mit regionalem Fleisch genauso gut – wenn nicht besser – versorgt ist?

Exoten als Notlösung bei Allergien 

In der Tiermedizin kommen exotische Proteinquellen gelegentlich zum Einsatz, etwa bei Ausschlussdiäten zur Diagnose von Futterallergien. Doch dabei handelt es sich um temporäre Maßnahmen, die engmaschig überwacht werden.

Das Problem: Wenn Exoten zur Norm werden, verbrauchen wir genau diese seltenen Optionen, die in Notfällen helfen könnten. Die Folge? Weniger Auswahl bei echten Unverträglichkeiten.

Fazit: Bleib bodenständig 

Ob Huhn, Rind oder Pute – vertraute Proteinquellen liefern alles, was deine Katze braucht. Achte auf Qualität, Transparenz und ausgewogene Zusammensetzung statt auf Exotik.

Finger weg von Känguru und Co. ist nicht nur ein Plädoyer für artgerechte Ernährung, sondern auch für Nachhaltigkeit und Tierwohl. Bleib kritisch gegenüber Trends – und orientiere dich am echten Bedarf deiner Katze.

Checkliste:

Darauf solltest du beim Futterkauf achten:

Vertraute, regionale Fleischsorten

Klar deklarierte Inhaltsstoffe

Keine unnötigen Zusätze oder Lockstoffe

Keine Exoten, es sei denn medizinisch notwendig

Beratung durch Fachpersonal oder Tierarzt bei Unsicherheiten


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