Worauf achtet eine Tierärztin beim Katzenfutter?

Meine Standards bei Katzenfutter: 

Worauf ich achte und was mir wichtig ist

Du kennst das: Du stehst vor dem Katzenfutterregal, nimmst eine Packung nach der anderen in die Hand und merkst, wie schnell du ins Grübeln kommst. Nicht, weil du alles bis ins Letzte optimieren muss, sondern weil du dich irgendwann ehrlich fragt: Ist das, was ich da füttere, eigentlich wirklich gut für meine Katze? 

Genau an dem Punkt war ich selbst irgendwann. Deshalb möchte ich hier meine ganz persönlichen Katzenfutter-Erfahrungen teilen: Welche Standards ich über die Jahre mitgenommen habe, worauf ich beim Kauf achte und was ich mir von einer richtig guten Marke wünsche.

1. Wie sich mein Blick auf Katzenfutter verändert hat

Soweit ich mich erinnern kann, gab es um mich herum immer Katzen. Und jede hatte ihren eigenen Kopf: vom echten Staubsauger, der alles inhaliert, bis zur Mäkelkatze, die dich nur kurz anschaut und dann beleidigt abdreht. Mischling, Rassekatze oder Findelkind – mit jeder Katze habe ich was Neues gelernt.

Und Futter ist nicht einfach nur „irgendwas im Napf“. Als Kind habe ich ehrlich gesagt mehr Katzen gestreichelt als gefüttert. Aber mit meinem wachsenden Interesse für Tiere – und spürbar noch mal ab meinem Tiermedizin-Studium – habe ich angefangen, die Fütterung wirklich zu hinterfragen. Ich bin Schritt für Schritt weg von „wird gefressen, war gerade im Angebot“ hin zu „was ist eigentlich gut – und warum?“.

Ausgerechnet in dieser Zeit wurde mein älterer Kater krank – Klassiker: die Nieren. Durch diese chronische Krankheit habe ich Fütterung mehr als Baustein für Gesundheit und Vorsorge gesehen. Je mehr ich gelernt habe und je mehr Einblicke ich in der Kleintierpraxis sammeln konnte, desto klarer wurde mir, wie oft Ernährung unterschätzt wird.

Nachdem meine zwei älteren Kater gestorben waren, kamen zwei junge Bengalkatzen-Brüder dazu. Die beiden brachten frischen Wind und neue Motivation für Katzenernährung: Wie füttert man von Anfang an so, dass es langfristig gut passt?

Ab da habe ich viel recherchiert und ausprobiert. Und ja: Nicht alles, was auf dem Etikett gut aussieht, funktioniert auch im Napf. Dabei hat sich für mich herauskristallisiert, was für mich bei Katzenfutter wirklich wichtig ist.


2. Meine Must-haves beim Katzenfutter

Wenn du dich beim Katzenfutterkauf manchmal fragst, worauf du achten sollst: Das hier sind die wichtigsten Punkte für mich:

1.) Klare Zutatenliste

Ich drehe beim Katzenfutter als Erstes um und schaue auf die Zutatenliste. Da sieht man meist sofort, ob eine Marke Klartext spricht – oder ob sie sich hinter typischen Sammelbegriffen versteckt. Wenn da zum Beispiel gleich am Anfang „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ steht, werde ich skeptisch, weil es oft eher nach „alles mögliche drin“ klingt.

Was ich lieber lese: konkrete Fleischarten, nachvollziehbare pflanzliche Bestandteile und Zusätze, die klar benannt sind – statt einer Liste, die mehr verschleiert als erklärt.

2.) Katzengerechte Rezeptur

Für mich wirkt gutes Katzenfutter dann stimmig, wenn die Rezeptur sich an dem orientiert, was eine Katze von Natur aus frisst. Heißt: viele tierische Bestandteile. Und gern nicht nur „Muskelfleisch“, sondern auch Innereien, weil die im Beutetier ja dazugehören.

Getreide ist für mich so ein Punkt, der schnell kippt: In kleinen Mengen kann das natürlich vorkommen (zum Beispiel über den Mageninhalt von Beutetieren wie Vögeln). In vielen Katzenfuttern steckt Getreide allerdings eher als günstiger Füllstoff drin: Es bringt vor allem Energie, aber im Vergleich zu anderen Bestandteilen wenig echten Mehrwert. Ich schaue deshalb darauf, dass die tierischen Zutaten im Vordergrund stehen, so wie es für Katzen artgerecht wäre.

3.) Ohne unnötige Chemie

Ich schaue nicht nur auf die großen „ohne …“-Versprechen vorne auf der Verpackung, sondern auf das, was hinten wirklich drinsteht. „Ohne künstliche Aromen“ klingt zwar gut – sagt aber noch nichts darüber aus, welche anderen Zusatzstoffe trotzdem im Futter landen.

Mir ist wichtig, dass ein Futter ohne unnötige synthetische Zusätze auskommt, wenn es sich vermeiden lässt. Gerade bei Haltbarkeit gibt es heute viele Lösungen, die auch über natürlichere Wege funktionieren. Deshalb werde ich skeptisch, wenn die Zutatenliste sehr „technisch“ wirkt oder wenn vorne groß geworben wird, aber hinten trotzdem eine lange Liste an künstlichen Zusätzen steht.

4.) Gute Akzeptanz und Verträglichkeit

Für mich muss ein Futter im Alltag funktionieren – und das beginnt ganz simpel mit Akzeptanz. Das beste Futter bringt nichts, wenn die Katze den Napf stehen lässt oder einfach nicht gern und nicht genug frisst. Auch wenn Katzen sich an neue Futterarten und Texturen gewöhnen können, bleibe ich im Alltag lieber bei dem, was sich bewährt hat. Zu viel Experimentieren bringt uns oft nicht weiter.

Ich achte auch darauf, wie das Futter riecht und aussieht. Wenn es für mich appetitlich wirkt, ist das für mich oft ein gutes Zeichen. Für mich wirkt es dann insgesamt hochwertiger.

Verträglichkeit ist natürlich auch wichtig, aber etwas schwieriger zu beurteilen: Oft muss sich nach einer Umstellung alles wieder einpendeln. Erst wenn nach Tagen oder Wochen wichtige Aspekte wie die Kotkonsistenz nicht besser werden, wird es für mich ein echtes Kriterium.

5.) Sinnvolle Extras

Ich mag Rezepturen, die nicht nur „viel Fleisch“ sind, sondern an den richtigen Stellen sinnvoll ergänzt werden – zum Beispiel durch bestimmte Öle oder ausgewählte Kräuter. Nicht, weil ich auf große Versprechen aus bin, sondern weil mich interessiert: Was davon ist wirklich sinnvoll – und warum?

Wenn mir ein Zusatz auffällt, recherchiere ich gern selbst nach. Welche Stoffe sind gut untersucht, wofür werden sie typischerweise eingesetzt, und was ist realistisch? So kann ich besser einordnen, ob ein Zusatz für meine Katze überhaupt relevant ist – oder ob er am Ende nur nett klingt.

6.) Praktisch im Alltag

Für mich muss Katzenfutter auch praktisch im Alltag sein. Ich mag Verpackungen und Portionsgrößen, die einfach funktionieren – idealerweise so, dass eine Dose oder ein Beutel pro Mahlzeit oder pro Tag gut aufgeht.

Sobald ich größere Mengen offen im Kühlschrank lagern muss, wird es oft schwieriger: Viele Katzen – meine eingeschlossen – mögen altes Futter weniger gern. Wenn es kalt ist und nicht mehr „frisch“ wirkt, wird es manchmal sogar komplett stehen gelassen. Deshalb achte ich beim Kauf darauf, dass sich das Futter gut einteilen lässt und die Portion von allen Samtpfoten zuverlässig aufgefressen wird – am liebsten ohne Reste.

3. Was ich mir von einer Katzenfutter-Brand wünsche

Wenn ich mir etwas bei einer Futtermarke wünschen dürfte, dann wäre es das:

Ganz oben auf meiner Wunschliste steht konsequente Qualität – also ein Futter, das nicht nur beim ersten Eindruck überzeugt, sondern dauerhaft. Hochwertige Zutaten und eine stimmige, schlichte Rezeptur, die nicht ‚gestreckt‘ wirkt. Im Grunde also ein Katzenfutter, bei dem ich auch nach dem zehnten Kauf ein gutes Gefühl habe.


Außerdem mag ich Marken mit einem Sortiment, das Sinn ergibt. Nicht zwanzig Sorten, die am Ende alle gleich klingen, sondern eine gute Auswahl sowohl an Nassfutter als auch an Trockenfutter. Und wenn es dann noch Optionen für ältere oder kastrierte Katzen oder Kitten gibt (falls irgendwann wieder ein kleines Findelkind einzieht), umso besser. Naturbelassene Snacks und Saucen nehme ich auch gern mit – für Belohnung, Clickertraining oder um Tabletten unterzujubeln.

Und wenn eine Marke dabei auch nachhaltig und verantwortungsvoll denkt, freue ich mich umso mehr. Zum Beispiel, wenn Umweltaspekte und Tierwohl mitgedacht werden und die Zutatenherkunft klar ist. Einfach schön zu wissen, dass man mit dem täglichen Füttern nicht nur den eigenen Katzen etwas Gutes tut.

4. Im Napf zählt, was funktioniert

Unterm Strich will ich, dass es zu uns passt – und dass ich beim Kauf eine klare Orientierung habe, statt jedes Mal neu zu grübeln. Aber entscheiden müsst am Ende ihr beide: Es gibt Phasen mit Diätfutter, Monate mit kleinerem Budget und Katzen, die ihren eigenen Kopf haben. Das ist völlig okay. Wichtig ist, dass du ein Katzenfutter findest, das zu euch passt.

Über die Autorin

Larissa Csanády ist Tierärztin. Sie hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München von 2014 bis 2020 studiert. Sie hat außerdem mehrere Jahre Erfahrung in einer Kleintierpraxis. Nach  Erhalt ihrer Approbation startete Larissa in einer Gemischtpraxis im Berchtesgadener Land. Zeitgleich entwickelte sie eine Liebe fürs Schreiben.

Deshalb hat sie Ende 2022 die Lambda Wortmanufaktur als spezialisierte Textagentur für Tiermedizin, Medizin und Tiertexte gegründet.


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