Katzenstreu & Katzenklo: Der große Guide für Katzeneltern

Das Katzenklo gehört vermutlich nicht zu den glamourösesten Themen der Katzenhaltung. Trotzdem ist es eines der wichtigsten.

Schließlich besucht deine Katze ihre Toilette jeden Tag - und hat dabei häufig ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie diese auszusehen, wo sie zu stehen und vor allem: wie sich das Streu unter ihren Pfoten anzufühlen hat.

Doch welche Katzenstreu-Arten gibt es überhaupt? Wie viele Katzenklos braucht man? Wie oft muss das Streu gewechselt werden? Kann man verschiedene Sorten miteinander mischen? Und wie stellt man eine Katze am besten auf ein neues Streu um?

Wir bringen Ordnung ins Katzenklo.

Welche Arten von Katzenstreu gibt es?

Wer einmal vor einem gut gefüllten Katzenstreu-Regal stand, weiß: Die Auswahl ist riesig.

Grob lassen sich die meisten Produkte in einige Kategorien einteilen.

Bentonitstreu

Bentonit ist eine mineralische Tonart und gehört zu den klassischen Materialien für Klumpstreu.

Der große Vorteil: Flüssigkeit wird aufgenommen und bildet feste Klumpen, die gezielt aus dem Katzenklo entfernt werden können.

Allerdings kann mineralisches Streu je nach Produkt relativ schwer sein und beim Einfüllen oder Schaufeln stauben. Außerdem basiert es nicht auf pflanzlichen Rohstoffen.

Silikatstreu

Silikatstreu besteht meist aus kleinen, sehr saugfähigen Körnern oder Kristallen.

Es kann Flüssigkeit aufnehmen und Gerüche binden, bildet jedoch je nach Variante keine klassischen Klumpen. Manche Katzen mögen außerdem die gröbere und härtere Struktur unter ihren Pfoten weniger gern.

Wie bei fast allem im Katzenleben gilt aber: Die Katze hat am Ende das letzte Wort.

Pflanzenbasierte Katzenstreu

Hier kommen unterschiedliche Rohstoffe zum Einsatz - beispielsweise Holz, Mais, Tofu oder andere Pflanzenfasern.

Die Produkte unterscheiden sich teilweise erheblich in Körnung, Saugfähigkeit, Klumpenbildung und Geruchsbindung.

Pflanzenbasiert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass jedes Streu gleich funktioniert.

Genau hier wollten wir mit Holy Sh*t ansetzen. Unser neues Streu besteht aus Maisstärke, Tapioka-/Cassavastärke und Wasser und kommt ohne zugesetzte chemische Bindemittel aus. Gleichzeitig bildet es innerhalb von etwa drei Sekunden feste Klumpen.

Welches Katzenstreu ist das richtige?

Darauf gibt es leider keine universelle Antwort.

Für uns Menschen sind Dinge wie Geruchsbindung, einfache Reinigung, Preis und möglichst wenig Staub wichtig.

Die Katze interessiert sich dagegen vermutlich wenig für deinen Kosten-pro-Katzenklo-Besuch-Excel-Sheet. Für sie zählen vor allem andere Dinge.

Viele Katzen bevorzugen eine feine, weiche und unparfümierte Streu, die sich angenehm unter den Pfoten anfühlt und in der sie problemlos scharren können.

Besonders stark parfümierte Produkte können für die empfindliche Katzennase unangenehm sein. Deshalb kann „riecht für mich frisch“ etwas völlig anderes bedeuten als „findet meine Katze angenehm“.

Am Ende ist das beste Streu deshalb eines, das sowohl deine praktischen Anforderungen erfüllt als auch von deiner Katze zuverlässig akzeptiert wird.

Wie viel Streu gehört ins Katzenklo?

Auch bei der Füllhöhe gilt: Mehr ist nicht automatisch besser.

International Cat Care empfiehlt als Orientierung ungefähr 3 bis 5 Zentimeter Streu. Manche Katzen bevorzugen etwas mehr, deshalb lohnt es sich, die Vorlieben deiner eigenen Samtpfote zu beobachten.

Zu wenig Streu erschwert das Graben und Bedecken. Bei einer sehr tiefen Schicht kann das Katzenklo dagegen instabiler wirken oder unnötig viel Material verbrauchen.

Finde deshalb die Tiefe, in der deine Katze entspannt scharren kann und die sich gleichzeitig gut sauber halten lässt.

Wie viele Katzenklos braucht man?

Hier gibt es eine ziemlich bekannte Faustregel: Anzahl der Katzen + 1.

Für eine Katze sind also idealerweise zwei Toiletten verfügbar, für zwei Katzen drei und für drei Katzen vier. Diese Empfehlung findet sich unter anderem bei Cornell, International Cat Care und Cats Protection.

Warum so viele?

Weil Katzen ihre Ressourcen nicht immer gerne teilen. Selbst zwei Katzen, die sich grundsätzlich gut verstehen, können unterschiedliche Toiletten bevorzugen.

Außerdem sollten mehrere Toiletten möglichst an verschiedenen Orten stehen. Drei Katzenklos direkt nebeneinander können aus Katzensicht eher wie eine einzige große Toilettenstation wirken als wie drei separate Optionen.

Wo sollte das Katzenklo stehen?

Hier lohnt es sich, einmal aus Katzensicht durch die Wohnung zu laufen.

Das ideale Katzenklo steht:

  • an einem ruhigen Ort

  • jederzeit gut erreichbar

  • nicht direkt neben Futter und Wasser

  • nicht an einem Ort, an dem die Katze von anderen Tieren bedrängt werden kann

  • nicht unmittelbar neben lauten Geräten wie Waschmaschinen

Katzen bevorzugen für ihre Toilette häufig einen privaten, gut zugänglichen Platz, der von Futter- und Wasserstellen getrennt ist.

Gerade bei älteren Katzen oder Tieren mit Gelenkproblemen sollte das Katzenklo außerdem leicht erreichbar sein. Ein niedriger Einstieg kann hier deutlich angenehmer sein.

Offen oder geschlossen?

Auch hier entscheidet hauptsächlich die Katze.

Geschlossene Toiletten sind bei uns Menschen beliebt, weil sie Sichtschutz bieten und Streu besser im Inneren halten können.

Viele Katzen bevorzugen jedoch offene Toiletten. Sie bieten eine bessere Rundumsicht und Gerüche sammeln sich weniger stark im Inneren. Viele - wenn auch nicht alle - Katzen bevorzugen einfache, offene Toiletten. Andere Katzen fühlen sich dagegen in einer geschlossenen Toilette sicherer.

Wenn du unsicher bist, kannst du deiner Katze beide Varianten anbieten und beobachten, welche häufiger verwendet wird.

Wie oft sollte ich das Katzenklo reinigen?

Hier gibt es zwei unterschiedliche Aufgaben: das tägliche Ausschaufeln und die vollständige Reinigung.

Bei Klumpstreu sollten Urinklumpen und Kot mindestens täglich entfernt werden. International Cat Care empfiehlt sogar ein- bis zweimal tägliches Ausschaufeln.

Das hat nicht nur mit Geruch zu tun. Katzen sind sehr reinliche Tiere und können ein stark verschmutztes Katzenklo meiden.

Wie häufig ein kompletter Streuwechsel notwendig ist, hängt dagegen vom Streu, der Zahl der Katzen und der Nutzung ab. Für gründliche Reinigung kannst du als Orientierung etwa alle ein bis zwei Wochen rechnen, abhängig von der Nutzung.

Bei Cassava Streusorten ist die Anwendung etwas anders ausgelegt: Du entfernst im Alltag die festen Klumpen und füllst frisches Streu nach. Ein 6-Liter-Beutel ist bei einer Katze für ungefähr einen Monat vorgesehen, bevor ein vollständiger Wechsel erfolgt.

Wichtig ist trotzdem immer: Wenn das Katzenklo sichtbar schmutzig ist oder unangenehm riecht, wartet man natürlich nicht darauf, dass ein bestimmter Kalendertermin erreicht ist.

Wie reinige ich das Katzenklo richtig?

Bei einer vollständigen Reinigung solltest du zunächst das gesamte alte Streu entfernen.

Anschließend kannst du die Toilette mit heißem Wasser und einem milden, katzengeeigneten Reinigungsmittel säubern, gründlich ausspülen und vollständig trocknen lassen, bevor neues Streu hineinkommt.

Auf stark parfümierte Reiniger solltest du besser verzichten. Eine Toilette, die für uns nach künstlicher Zitrone riecht, muss für eine Katzennase nicht automatisch besonders sauber wirken.

Muss ich überhaupt auf ein neues Streu wechseln?

Wenn deine Katze ihr aktuelles Katzenstreu zuverlässig benutzt und du damit ebenfalls vollkommen zufrieden bist, besteht natürlich kein Zwang, etwas zu verändern.

Ein Wechsel kann aber interessant sein, wenn dich bestimmte Punkte regelmäßig stören.

Zum Beispiel:

- Das Streu staubt stark.

- Die Klumpen zerfallen beim Ausschaufeln.

- Gerüche bleiben lange bestehen.

- Streu klebt am Boden der Toilette.

- Deine Katze scheint die Körnung nicht zu mögen.

- Oder du möchtest von einem mineralischen auf ein pflanzenbasiertes Streu umsteigen.

Gerade bei Katzen gilt, ähnlich wie beim Futter, allerdings: Nicht von heute auf morgen alles verändern.

Wie gewöhne ich meine Katze an neues Katzenstreu?

Katzen können ziemlich konservativ sein, wenn es um ihre Toilette geht.

Viele Katzen entwickeln bereits früh eine Vorliebe für bestimmte Untergründe. Manche Tiere reagieren deshalb empfindlicher auf einen plötzlichen Wechsel.

Eine Möglichkeit ist, das neue Streu langsam einzuführen. Du kannst beispielsweise zunächst einen kleineren Anteil des neuen Streus unter das gewohnte mischen und diesen über mehrere Tage nach und nach erhöhen.

Oder - wenn du mehrere Katzenklos hast - du bietest zunächst in einer Toilette das neue und in einer anderen das bekannte Streu an. So kann deine Katze selbst ausprobieren, was sie bevorzugt.

Besonders bei sensiblen Katzen ist diese zweite Variante oft praktisch, weil ihre vertraute Toilette weiterhin verfügbar bleibt.

Kann ich zwei Katzenstreus miteinander mischen?

Grundsätzlich kann das während einer Umgewöhnung sinnvoll sein.

Allerdings sollte das Mischen eher als Übergang dienen und nicht automatisch zur dauerhaften Lösung werden.

Unterschiedliche Streus können schließlich völlig verschiedene Eigenschaften besitzen: Körnung, Saugfähigkeit und Klumpverhalten können sich gegenseitig beeinflussen.

Wenn ein Streu beispielsweise auf besonders schnelle und feste Klumpenbildung ausgelegt ist, kann das Beimischen eines ganz anderen Materials diese Eigenschaften verändern.

Deshalb unser Tipp: Beim Wechsel langsam mischen - sobald die Katze die neue Sorte akzeptiert, am besten wieder bei einem Streu bleiben.

Was, wenn meine Katze das neue Streu nicht benutzt?

Dann bitte nicht nach dem Motto: „Sie wird schon irgendwann müssen.“

Wenn deine Katze plötzlich ihr Katzenklo meidet, kann das mehrere Ursachen haben. Vielleicht mag sie das neue Streu nicht. Vielleicht passt ihr die Toilette oder der Standort nicht. Vielleicht fühlt sie sich dort durch eine andere Katze gestört.

Aber auch Schmerzen oder Erkrankungen können dazu führen, dass sich das Toilettenverhalten verändert. Bei neu auftretendem Urinieren oder Kotabsetzen empfehlen wir immer außerhalb der Toilette auch eine tierärztliche Abklärung.

Besonders wenn deine Katze häufig aufs Katzenklo geht, presst, offensichtlich Schmerzen hat oder nur kleine Mengen Urin absetzt, solltest du nicht einfach vom „falschen Streu“ ausgehen.

Darf Katzenstreu in die Toilette?

Hier kommt es ganz eindeutig auf das Produkt und auf die örtlichen Vorgaben an.

Mineralische Katzenstreus wie Bentonit gehören grundsätzlich nicht in die Toilette.

Bei manchen pflanzenbasierten Produkten können einzelne Klumpen grundsätzlich über die Toilette entsorgt werden.

Das gilt auch für unsere Streu - allerdings nur unter einem wichtigen Vorbehalt:

Ob diese Entsorgung erlaubt und sinnvoll ist, hängt von den Regeln deiner Kommune beziehungsweise deines lokalen Abwassersystems ab.

Informiere dich deshalb immer zuerst bei deinem örtlichen Entsorgungs- oder Abwasserbetrieb, bevor du Katzenstreu über die Toilette entsorgst.

Im Zweifel gehört es in den dafür vorgesehenen Hausmüll.

Und was macht Holy Sh*t jetzt anders?

Nach all der Theorie natürlich die offensichtliche Frage:

Warum haben wir überhaupt ein eigenes Streu entwickelt?

Weil wir genau einige der Probleme lösen wollten, über die wir gerade gesprochen haben.

Holy Sh*t ist ein pflanzenbasiertes Katzenstreu aus Mais- und Cassava-/Tapiokastärke und enthält keine zugesetzten chemischen Bindemittel.

Es bildet innerhalb von ungefähr drei Sekunden stabile Klumpen, die beim Ausschaufeln nicht einfach auseinanderfallen.

Seine mikroporöse Struktur soll Gerüche aufnehmen und einschließen, ohne dass dafür zugesetzte Duftstoffe, Aktivkohle oder Natron benötigt werden.

Außerdem ist die Struktur weich und pfotenfreundlich und das Streu kann auch in automatischen Katzenklos verwendet werden.

Ein Beutel enthält 6 Liter beziehungsweise 2,8 kg, kostet 11,99 € und ist bei einer Katze ungefähr auf einen Monat Nutzung ausgelegt.

Und damit sind wir ziemlich genau bei dem angekommen, was wir uns von gutem Katzenstreu wünschen:

Miez soll sich wohlfühlen und du sollst möglichst wenig Arbeit damit haben.

Und das Katzenklo sollte im Idealfall nicht der erste Gegenstand sein, den deine Gäste riechen, wenn sie die Wohnung betreten.

Fazit

Das perfekte Katzenstreu besteht nicht nur aus möglichst vielen technischen Eigenschaften. Es muss vor allem zu deiner Katze passen.

Achte deshalb auf eine angenehme Körnung, ausreichend sauberes Streu, einen ruhigen Standort und genügend Toiletten im Haushalt.

Wenn du eine neue Streu ausprobieren möchtest, gib deiner Katze Zeit für die Umstellung und beobachte, welche Variante sie bevorzugt.

Denn beim Thema Katzenklo gibt es am Ende eine ziemlich einfache Erfolgsmessung: Miez geht rein. Miez erledigt ihr Geschäft. Miez kommt wieder raus.

Und du musst möglichst wenig darüber nachdenken. So soll es sein.


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