Dental Health Month für Katzen - Wie Du die Zähne deiner Katze besser pflegen kannst
Jedes Jahr rückt der „Dental Health Month“ (auf Deutsch: Zahn-Gesundheitsmonat) im Februar bei uns Menschen die Zahngesundheit in den Fokus. Aber warum nicht an unseren Katzen denken? Schließlich verlassen sich unsere Stubentiger darauf, dass wir für ihr Wohl sorgen, und dazu gehören eben auch gesunde Zähne.
Der Pet Dental Health Month ist die perfekte Gelegenheit, einen Blick ins Katzenmaul zu werfen: Tun wir schon genug für die Zähne unserer Katze? Oder geht da noch mehr?
Hier klären wir, was für gesunde Katzenzähne wirklich zählt und mit welchen Tipps du die Zahnpflege bei deiner Katze ganz entspannt in den Alltag bringst.
Zahngesundheit bei Katzen - warum das Thema mehr Aufmerksamkeit verdient

Bei uns Menschen ist das tägliche Zähneputzen ganz normal - wir lernen schon früh, dass gesunde Zähne wichtig für unser Wohlbefinden sind, nicht nur fürs Aussehen.
Bei Katzen wird die Zahnpflege dagegen oft vernachlässigt oder schlicht vergessen.
Auch für Katzen sind gesunde Zähne mehr als nur Kosmetik. In der Natur brauchen sie ihr Gebiss zum Jagen und Fressen, aber auch Hauskatzen profitieren von starken, gesunden Zähnen. Weil unsere Stubentiger ihr Futter aber nicht mehr erjagen müssen und eher schlingen als kauen, bleiben Zahnprobleme oft lange unbemerkt.
Viele Katzen bekommen im Laufe ihres Lebens Zahnstein, Entzündungen oder verlieren sogar schmerzhaft Zähne. Schlechte Zähne sind aber nicht nur unangenehm im Maul, sondern auch die gesamte Gesundheit beeinträchtigen.
Zahngesundheit ist bei Katzen alles andere als Nebensache - sie verdient viel mehr Aufmerksamkeit, als sie bisher bekommt!
Woher kommen eigentlich Zahnprobleme bei Katzen?
So entsteht Zahnstein
Zahnprobleme bei Katzen entstehen meist schleichend - und oft beginnt alles mit ganz normalen Futterresten. Nach dem Fressen lagern sich diese zusammen mit Bakterien auf den Zähnen ab und bilden mit dem Speichel Zahnbeläge, sogenannte Plaque.
Da Katzen weniger reinigende Enzyme im Speichel haben als wir Menschen, bleibt Plaque besonders leicht haften und wird schnell zu Zahnstein. Ohne regelmäßige Zahnpflege breitet sich Zahnstein aus und führt zu Entzündungen und später kaputten Zähnen.
Individuelle Unterschiede: Genetik und Alter
Manche Katzen haben von Natur aus schlechtere Karten: Manche Katzen haben von Natur aus schlechtere Karten: Rassen wie Perser mit kurzer Schnauze und engen Zähnen bekommen häufiger Zahnprobleme. Auch Krankheiten wie FORL entstehen oft durch Veranlagung. Manche Katzen haben bis ins hohe Alter gesunde Zähne, andere bekommen schon mit fünf Jahren Zahnprobleme - manchmal ist das einfach Pech.
Zahnerkrankungen erkennen und vorbeugen
Typische Anzeichen für Zahnprobleme bei Katzen
Schon kleine Veränderungen können auf Zahnprobleme hindeuten, achte deshalb auf diese Warnzeichen:
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schlechter Maulgeruch
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vermehrtes Speicheln
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Fressunlust oder verändertes Fressverhalten
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Rötungen oder Schwellungen am Zahnfleisch
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sichtbare Beläge (meist nur an den hinteren Zähnen sichtbar)
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Zähneknirschen oder -klappern
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plötzliches Zurückziehen beim Streicheln am Kopf
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einseitiges Kauen oder Futter fallen lassen
Häufige Zahnprobleme
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Zahnfleischentzündung (Gingivitis): Reizungen und Rötungen am Zahnfleischrand
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FORL: unsichtbarer, schmerzhafter Zahnabbau, hier ist das Ziehen der Zähne unvermeidbar
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Parodontitis: Schleichender Verlust von Zahn und Zahnfleisch, Zähne werden locker
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Wurzelentzündungen: teils eitrige Entzündungen tief im Zahn, führt oft zu Zahnverlust
Folgen von Zahnerkrankungen
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Allgemeines Unwohlsein: Weniger Appetit, Gewichtsverlust, Rückzug, weniger Lebensfreude
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Zahnverlust: Schmerzhafter Ausfall von Zähnen, erschwertes Fressen
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Chronische Entzündungen: Dauerhafte Entzündungen im Maul schwächen das Wohlbefinden und das Immunsystem
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Folgeerkrankungen: Bakterien aus dem entzündeten Maul gelangen über die Blutbahn in den Körper und können Herz, Nieren oder Leber schädigen - ein oft unterschätztes Risiko!
Zahnpflege-Mythen im Dental Health Month-Check

Trockenfutter als Zahnbürste?
Oft heißt es, Trockenfutter putzt die Zähne der Katze - ganz so einfach ist es aber nicht. Der Reinigungseffekt durch mechanischen Abrieb beim Kauen wird meist überschätzt, denn viele Katzen schlucken die kleinen Stücke einfach runter, ohne wirklich zu kauen. Zwar bleibt bei Nassfutter tatsächlich mehr an den Zähnen haften und fördert so Plaque, aber auch normales Trockenfutter hat nur einen geringen Reinigungseffekt.
Spezielle, größere Kroketten bringen etwas mehr Abrieb, ersetzen aber keine echte Zahnpflege. Trockenfutter kann unterstützen, reicht allein aber nicht aus.
Hausmittel: Lieber Finger weg oder doch einen Versuch wert?
Manche Hausmittel wie Backpulver oder Kokosöl werden oft zur Zahnpflege empfohlen. Backpulver soll durch seine abreibende Wirkung Beläge entfernen. Kokosöl enthält antibakterielle Inhaltsstoffe und könnte theoretisch das Bakterienwachstum hemmen - bislang gibt es in der Praxis aber keine klaren wissenschaftlichen Beweise.
Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt lieber auf bewährte Zahnpflegeprodukte und fragt im Zweifel den Tierarzt.
Zusätze für Zahnpflege - sinnvolle Extras oder unnötig?
Im Handel gibt es viele Pulver, Wasserzusätze oder spezielle Futtermischungen, die die Zahngesundheit verbessern sollen. Häufig enthalten sie Algen, Enzyme oder pflanzliche Inhaltsstoffe zur Vorbeugung von Plaque und Zahnstein.
Algenpulver zeigt manchmal leichte Effekte, aber die Wirkung ist individuell und meist schwächer als versprochen.
Leckerlis und Kauartikel- Zahnpflege für zwischendurch?
Zahnpflege-Leckerlis und Kauartikel bringen bei Katzen meist weniger als bei Hunden, da sie kaum kauen und Leckerlis einfach schlucken. Bei vorhandenem Zahnstein helfen sie kaum. Sie sind ein nettes Extra, aber kein Ersatz für echte Zahnpflege.
Zähne reinigen leicht gemacht: 4 Zahnpflege-Tipps für den Katzenalltag
Trau dich ans Zähneputzen!

Zähneputzen bei Katzen ist oft eine Geduldsprobe: Ihr Maul ist klein und viele Katzen mögen es anfangs gar nicht. Mit Ruhe, Geduld und speziellen Katzenzahnbürsten oder Fingerlingen klappt es aber oft besser als gedacht. Wichtig: langsam starten, nichts erzwingen und jeden Fortschritt mit Lob oder Leckerli belohnen.
Katzenzähne reinigen? Probier’s mal mit Zahnpflege-Gel!
Zahnpflege-Gele oder Katzen-Zahnpasten enthalten Enzyme oder antibakterielle Stoffe, die Plaque und Bakterien reduzieren. Natürlich nur katzengerechte Produkte verwenden - am besten beim Tierarzt nachfragen, was wirklich sinnvoll ist.
Mach Zahnpflege zum festen Teil eurer Routine!
Zahnpflege klappt am besten, wenn sie zur Routine wird - etwa abends in entspannter Atmosphäre, wenn deine Katze ohnehin zur Ruhe kommt. Schon wenige Putzbewegungen reichen. So bleibt Zahnpflege für euch beide stressfrei und wird schnell zur Gewohnheit.
Maul-Check zuhause: So geht’s stressfrei
Ein stressfreier Maul-Check klappt am besten, wenn deine Katze entspannt ist - zum Beispiel beim Kuscheln. Gewöhne sie langsam daran, dass du ihr Maul berührst, und steigere dich Schritt für Schritt:
Erst sanft das Maul streicheln, dann vorsichtig die Lippen anheben. Wenn das klappt, vorne an den Schneidezähnen vorsichtig das Maul öffnen. Für die Backenzähne reicht oft schon, eine Seite der Lippen hochzuziehen.
So weißt du, was im Maul deines Stubentigers passiert, ohne ihn zu überfordern.
Regelmäßig zum Katzen-Zahnarzt!
Mindestens einmal im Jahr sollte deine Katze zum Zahnarzt - besonders im Alter. Die meisten Tierärzte schauen bei jeder Untersuchung ins Maul, aber gründlich kontrollieren und reinigen geht meist nur in Narkose. Fester Zahnstein oder Entzündungen lassen sich nur so sicher entfernen.
Als Katzeneltern machen wir uns natürlich Sorgen wegen einer Narkose, vor allem bei älteren Katzen. Doch unbehandelte Zahnprobleme sind oft das größere Risiko, da die Infektionen den ganzen Körper belasten können. Es lohnt sich, bereits bei einer 10-jährigen Katze aktiv zu werden - denn je älter die Katze, desto größer das Risiko für Komplikationen. Bei einer 15-jährigen Seniorin sind Zahnprobleme oft schon weit fortgeschritten, der Gesundheitszustand nicht mehr so gut und der Eingriff wird aufwendiger. Regelmäßige Checks helfen, größere Eingriffe zu vermeiden und sorgen für mehr Lebensqualität.
Pet Dental Health Month - Zähneputzen nicht nur für Zweibeiner!
Wir Menschen putzen täglich unsere Zähne und gehen regelmäßig zum Zahnarzt - und das sollten wir auch für unsere Katzen selbstverständlich machen. Der Dental Health Month ist der perfekte Anlass, um mit neuen Routinen zu starten und die Zahngesundheit deiner Katze aktiv zu fördern. Denn gesunde Katzenzähne bedeuten mehr Lebensfreude - für deine Samtpfote und für dich!
Über die Autorin

Larissa Csanády ist Tierärztin. Sie hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München von 2014 bis 2020 studiert. Sie hat außerdem mehrere Jahre Erfahrung in einer Kleintierpraxis. Nach Erhalt ihrer Approbation startete Larissa in einer Gemischtpraxis im Berchtesgadener Land. Zeitgleich entwickelte sie eine Liebe fürs Schreiben.
Deshalb hat sie Ende 2022 die Lambda Wortmanufaktur als spezialisierte Textagentur für Tiermedizin, Medizin und Tiertexte gegründet.


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