4 Mythen über Tierheim-Katzen - und die Wahrheit
Es gibt viele Vorurteile gegenüber Tieren aus dem Tierschutz. Auch wir als Partner mehrerer Tierheime bekommen häufig die gleichen Kommentare. Heute möchten wir dir erklären, warum diese Unsinn sind.
Zu Anfang möchten wir direkt betonen, dass jeder selbst entscheiden kann, wo er sich ein Tier adoptiert. Dennoch können wir euch Tierheime nur ans Herz legen, da mehrere unserer Teammitglieder hier bereits gute Erfahrungen gemacht haben - und natürlich, weil viele der Mythen und Vorurteile gar nicht stimmen.
Die Top 4 Mythen
"Alle Katzen aus dem Tierschutz sind traumatisiert und verhaltensgestört"
Leider existiert dieses Denken noch immer - und Menschen, die sich überlegen, ein Haustier zu adoptieren, vermeiden das lokale Tierheim, aus Angst, ein "gestörtes" Tier mit nach Hause zu nehmen.

Natürlich gibt es Tiere, die traumatisiert sind - aber eben nicht alle. Einige von ihnen haben ihr Zuhause verloren, wurden ausgesetzt oder in unmenschlichen Zuständen gehalten - da ist es kein Wunder, dass sie vielleicht am Anfang etwas scheu oder misstrauisch sind. Viele von ihnen sind jedoch dankbar und keineswegs verhaltensgestört, wenn sie in ihrem neuen Zuhause ankommen.
Auch verhaltensgestörte Tiere gibt es im Tierheim sicherlich - aber nicht ausschließlich. Und diese werden auch nur an Menschen vermittelt, die bereit sind, sich ihrer anzunehmen und gemeinsam an ihren Problemen zu arbeiten.
Zusätzlich gilt es zu erwähnen, dass ein Tierheimaufenthalt für die Katzen häufig eine Stresssituation ist. Neue Gerüche, wenig Platz - dies kann zu Verhaltensauffälligkeiten führen, die aber nach dem Auszug wieder verschwinden.
Viele unserer Firmenkatzen sind aus dem Tierheim oder wurden gerettet (mehr dazu gibts in diesem Blogeintrag) - und alle teilen, dass sie, nachdem sie von uns adoptiert wurden, zuhause ankommen durften und zu Schmusetigern wurden.
Wir möchten außerdem betonen, dass ein Trauma auch bei einem (unseriösen) Züchter auftauchen kann. Dennoch heißt ein Trauma grundsätzlich nicht, dass diese Tiere es weniger verdienen, ein Zuhause zu bekommen.
"Es gibt nur Tiere, die alt oder krank sind"
Im Tierheim gibt es Katzen jeden Alters. Von jungen Kitten, die im Tierheim zur Welt kommen (zum Beispiel unsere Firmenkater Fiete und Findus), bis hin zu älteren Katzen, die ihren ruhigen Lebensabend in einem neuen, schönen Zuhause verbringen möchten. Bei jedem Tierheim-Besuch trifft man auf Kitten, aber auch Senioren - für jeden Menschen ist theoretisch das passende dabei.

Natürlich gibt es auch Katzen mit gesundheitlichen Baustellen - viele davon haben diese, da sie einer Qualzucht entsprechen. Auch der Mythos, das Zuchttiere gesünder sind, ist daher Unsinn. Besonders, wenn Rassen gezüchtet werden, die Qualzucht-Merkmale teilen.
Solltest du ein krankes Tier adoptieren, wirst du genauestens über die Krankheit aufgeklärt und eingewiesen. Mögliche Behandlungsmethoden, Medikamente und ein Krankheitsverlauf werden dir bis ins kleinste Detail erklärt. Außerdem stehen viele Tierheime dir auch nach der Adoption noch lange zur Seite.
Deshalb ist auch der Mythos, dass du mit einer Krankheit "überrascht wirst", wenn du mit deinem neuen Tier zum ersten Mal zum Tierarzt gehst, Unsinn.
Eine gute Nachricht: Viele Katzen sind jedoch kerngesund, wenn sie im Tierheim landen - und sie alle werden in der Regel untersucht, geimpft, gechipt und teilweise auch kastriert, bevor sie bei dir einziehen. Sollte dein Tier noch nicht kastriert sein, bieten viele Tierheime diesen Eingriff auch nach der Adoption noch an.
"Tierheime wollen ihre Katzen gar nicht vermitteln"
Eine Aussage, die wir häufig hören, wenn wir mit unserem Partnertierheimen zusammenarbeiten, ist diese: "Tierheime wollen ihre Katzen gar nicht vermitteln!".
Wir verstehen, dass es frustrieren ist, sich für ein Tier zu interessieren und dieses dann nicht vermittelt zu bekommen. Jedoch tuen Tierschützer ihr Bestes, das perfekte Match für ihre Stubentiger zu finden.
Ein Kater, der sein Leben lang Freigang hatte, kann zum Beispiel nicht in die Wohnungshaltung vermittelt werden. Auch eine Katze, die schlechte Erfahrung mit Kindern gemacht hat, sollte nicht in ein Zuhause mit Kind einziehen müssen.

Neben der Sympathie von Mensch und Katze ist es außerdem wichtig, dass weitere Eigenschaften stimmen, wie zum Beispiel:
- Wie groß ist die Wohnung / das Haus?
- Gibt es bereits Haustiere?
- Wohnen Kinder ebenfalls im Haus?
- Gibt es die Möglichkeit auf gesicherten oder normalen Freigang?
- Gibt es Menschen, die sich in deiner Abwesenheit um Miez kümmern?
- Wie sieht es mit deiner finanziellen Lage aus? Kannst du das Tier gut versorgen?
- Hast du bereits Erfahrung mit Katzen oder bist dir der Auswirkung einer Qualzucht bewusst?
Die Tierpfleger, die die Katzen meistens sehr gut kennen, wissen genau, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, damit die Katze sich langfristig wohl fühlt. Jedes Tier hat nämlich eigene Wünsche an das neue Zuhause - und um eine Rückgabe zu vermeiden, versuchen die Tierschützer, diesen bestmöglich gerecht zu werden.
Es ist sehr löblich, eine Katze aus dem Tierschutz adoptieren zu wollen. Bedenke jedoch, dass es von beiden Seiten passen muss - und du einen Stubentiger finden musst, der perfekt zu deiner aktuellen Lebenssitutation passt. Nur, weil einige Züchter hier nicht genauer nachschauen, heißt es nicht, dass der Tierschutz dir deine Katze verwehrt - es heißt nur, dass ein anderes Tier vielleicht besser zu dir passen könnte. Lass dich beraten und sei offen für weitere Vorschläge.
"Es gibt keine Rasse-Tiere im Tierheim"
Viele Menschen legen Wert darauf, dass ihr Tier einer gewissen Rasse entspricht und somit gewisse Eigenschaften hat. Sei es aus ästhetischen Gründen oder einer einfachen Präferenz - selbst Menschen, die eine seltene Rasse möchten, können im Tierheim fündig werden.

Bereits seit 2023 arbeiten wir mit verschiedenen Tierheimen zusammen - und jedes Mal, wenn wir eines von ihnen besuchen, ist mindestens ein, wenn noch sogar mehrere, Rassetier(e) dabei. Neben den klassischen Hauskatzen treffen wir hier häufig auf Britisch Kurzhaar, Perser oder auch Bengalen. Wichtig zu wissen: Wenn es sich um eine Qualzucht handelt, kann es sein, dass sie Gesundheitliche Probleme aufweisen.
Im Gegensatz zu (vielen, nicht allen) Züchtern, nehmen sich Tierschützer oft die Zeit, dich als möglichen Halter über Zuchtkrankheiten oder Risiken aufzuklären, die dich in der Zukunft erwarten könnten. Denn, viele Rassekatzen haben typische Gesundheitsprobleme, die sie im Alter erwarten können.
Wenn du also nach einer bestimmten Rasse suchst, ist diese auch im Tierheim zu finden - auch wenn du vielleicht einen Moment länger warten musst.
Wir möchten an dieser Stelle jedoch erwähnen, dass die Rasse deines Stubentigers eigentlich keine Rolle spielen sollte - denn alle Stubentiger sind gleich liebenswert und Lebewesen, bei denen das Aussehen zweitrangig sein sollte.
Schon gewusst?
Übrigens gibt es auch viele weitere Wege, wie du deinem Lieblingstierheim helfen kannst. Ob Patenschaften oder Ehrenamt - für jeden Katzenfreund ist etwas dabei. Und für die Menschen in deinem Umfeld, die noch Vorurteile gegenüber Tierheimtieren haben, hast du nun die passenden Gegenargumente.
Fazit
Tierheim- und Tierschutz-Katzen hatten in vielen Fällen einfach Pech im Leben. Seien es vorherige Besitzer, schlechte Erfahrungen mit anderen Katzen oder gesundheitliche Baustellen - viele von ihnen wollen einfach ankommen und ein ruhiges, neues Zuhause finden, in dem sie einfach Katze sein dürfen. Viele Annahmen, die über sie gemacht werden, sind einfach Unsinn - deshalb hoffen wir, dass du dir die Zeit nimmst, um dein lokales Tierheim zu besuchen und dir selbst ein Bild zu machen.



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